BUND Kreisverband Böblingen

Achtung Amphibienwanderungen beginnen !!!

18. April 2021 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Mobilität, Naturschutz, Wälder

Daher unser Appell: Bitte denken Sie in feuchtwarmen Abendstunden und Nächten an unsere nachtaktiven Freunde und fahren Sie auf den betroffenen Straßenabschnitten langsam (nicht schneller als 30 km/h) um die Tiere herum - oder noch besser, tragen Sie sie (wenn es die Verkehrssituation zulässt) nach kurzem Halt über die entsprechende Straße!

Jedes Jahr, wenn es kurz vor Winterende draußen wärmer wird, kann es unter günstigen Witterungsbedingungen (in  Nächten mit Temperaturen  über  4-5°C) zu einer „explosionsartigen“ Wanderung von Kröten, Fröschen und Molchen kommen. Sie wandern im Februar/März von ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern und treffen dabei immer häufiger auf stark befahrene Straßen. Besonders dort, wo Straßen die Laichgewässer von den Landlebensräumen (Wälder, Wiesenflächen) der Amphibien abtrennen, werden viele Tiere während der Laichwanderzeit Opfer des Straßenverkehrs.

In Nächten mit Temperaturen unter 5° C und geringer Luftfeuchtigkeit bleiben die Tiere in ihren Verstecken oder vergraben sich bei stärkerem Frost für einen längeren Zeitraum im Boden.

Ab Mitte März bis in den Mai/Juni beginnt die Rückwanderung der Tiere. Die Aktivität der Tiere ist stark von Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Die Hauptwanderung der Amphibien konzentriert sich meist auf feuchtwarme Nächte, in denen dann der größte Teil einer Population in Bewegung sein kann.

Vor allem junge Amphibien harren während trockener Witterung oft tagelang am Straßenrand aus und warten auf Regen. Beginnt es dann zu regnen, überschwemmen die kleinen Amphibien oft regelrecht die Straßen - es kommt zum sogenannten "Froschregen".

Die warmen Oberflächen der Straßen verführen vor allem männliche Erdkröten dazu im Straßenbereich sitzen zu bleiben. Außerdem begeben sich die Männchen auf der Suche nach Weibchen gerne gezielt in unbewachsene Bereiche um einen besseren Überblick zu bekommen. Auch dazu nutzen sie leider häufig die Straßenflächen und werden überfahren. Die Erschütterungen und das Licht der Auto-Scheinwerfer führt noch zusätzlich dazu, dass die erschreckten Tiere auf der Straße sitzen bleiben und nicht flüchten. Der durch die Fahrtbewegung der Autos entstehende Unterdruck lässt die inneren Organe der Amphibien zerreißen. Auch wenn sie nicht direkt durch die Reifen erfasst werden, besteht also trotzdem die Gefahr getötet zu werden.

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