Pflanze des Monats Oktober

Der Tüpfelfarn (Polypodium vulgare)


Wenn im Herbst die Blumenpracht ein wenig nachläßt, dann lohnt es, sich einmal einige einheimische Farne anzusehen. Farne sind lange vor den Blütenpflanzen in der Urzeit entstanden und bildeten zusammen mit vielen Arten von Bärlappen und Schachtelhalmen die Wälder, aus denen später unsere Steinkohle entstanden ist.

 


Im Gegensatz zu den häufigen Farnarten in den Wälder des Kreises Böblingen, wie z.B. dem Wurmfarn, dem Frauenfarn, den Dornfarnarten und auch dem Adlerfarn, ist der Tüpfelfarn nur an wenigen Stellen in den bewaldeten Hängen des Goldersbachtales und des Schaichtales im Schönbuch zu finden. Außerdem gibt es noch ein paar ganz wenige weitere zerstreute kleine Vorkommen. Im benachbarten Schwarzwald kommt der Tüpfelfarn hingegen bereits deutlich häufiger vor.

 


Der Name Tüpfelfarn kommt von den kreisrunden Sporenfelden (Tüpfel) auf der Unterseite der ausgewachsenen Farnwedel.


Der Tüpfelfarn wird auch Engelsüß genannt. Der Name kommt von dem süß schmeckenden Rhizom des Farns, das früher wegen seiner angeblichen Heilwirkung geschätzt war. Man glaubte, die Engel hätten diese Pflanze deswegen dem Menschen gezeigt. Im Mittelalter verwendete man die Pflanze als Abführmittel und man glaubte auch, daß sie gegen Ohrensausen hilft.


Der Tüpfelfarn wächst meist in lockeren Herden auf kalkarmen Böden. Meist auf bemoosten Felsen oder auch einmal auf Baumstümpfen. Wichtig ist gute Beschattung und eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit. In Baden-Württemberg ist er vor allem im Schwarzwald, im Odenwald und im Fränkisch-Schwäbischen Wald in felsenreichen Gebieten weit verbreitet. In den anderen Gebieten kommt er meist nur vereinzelt und in kleinen Populationen vor.


Weltweit ist der Tüpfelfarn auf der gesamten Nordhalbkugel bis zum Polarkreis verbreitet. Im Süden nur in den Bergen. Außerdem kommt er auch auf den Kanarischen Inseln, den Azoren und in Südafrika vor.

 

Der Fransenenzian (Gentianella ciliata)

Die Blüte des Fransenenzians zeigt an, daß der Sommer in den Heidegebieten des Heckengäus endgültig vorbei ist. Die meisten Vorkommen im Kreis Böblingen befinden sich in  Naturschutzgebieten, in flächenhaften Naturdenkmalen oder in sogenannten geschützten §32-Biotopen. Einige Vorkommen gibt es jedoch auch auf Waldwegen, zumeist auf nährstoffarmen oder sandigen Standorten.

Wie bei fast allen Enzianen, öffnen sich die Blüten nur bei Sonnenschein, bleibt die Sonne längere Zeit hinter den Wolken verborgen, oder bei Nacht, schließen sich die Blüten.

Fransenenzian bei Sonnenschein, bei wolkigem Himmel oder bei Nacht

Der Fransenenzian ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Im Osten reicht sein Verbreitungsgebiet bis zum Kaukasus, Bulgarien und Südrußland. In Südeuropa ist er eine Gebirgspflanze. In Baden-Württemberg ist er vor allem auf der Schwäbischen Alb, aber auch in den Gäulandschaften verbreitet. Im Schwarzwald fehlt er ganz. Im Norden ist er etwas seltener und im Alpenvorland kommt er nur an wenigen Stellen vor.

Seinen Namen hat er von den Fransen an den Rändern der Blütenlippe und vor allem in der Blütenmitte. Er kommt vor allem in Kalkmagerrasen, jedoch auch an Rainen, Waldrändern und offenen Waldwegen auf Lehm- und Lösböden vor. Meistens handelt es sich um kleine Pflanzengruppen, manchmal aber auch um ausgedehnte Bestände. Durch den Schutz und die Pflege der  Heidegebiete sind die Vorkommen  des Fransenenzians gesichert. Er ist gesetzlich geschützt und gilt als schonungsbedürftig.  Durch Schafbeweidung wird der Fransenezinan gefördert. Die Schafe fressen die bitter schmeckenden Pflanzenteile nicht ab.

Im Kreis Böblingen ist er vor allem auf den Heidegebieten des Heckengäus zu finden. Dort gibt es ausgedehnte Vorkommen mit hunderten von Exemplaren. Er ist jedoch auch im Schönbuch und im Glemswald zu finden, dort meistens nur mit kleineren Populationen. Insgesamt sind im Kreis Böblingen ca. 40 Vorkommen bekannt. An schattigen Stellen kann er noch bis Ende November blühen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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