Pflanze des Monats Mai

Die Pechnelke (Lychnis viscaria)

 

Die Pechnelke besiedelt im Kreis Böblingen nur noch eine trocken-warme Stelle in einem lichten Kiefernwald des Schönbuch-Südhanges nahe Kay. Frühere Vorkommen an Talhängen des Schönbuches konnten in den letzten Jahren nicht mehr beobachtet werden.

Ab Mitte Mai beginnt die Pechnelke zu blühen. Ihren Namen hat sie von einem schwarzen und klebrigen Belag im oberen Teil der Blütenstängel, an dem kleine Insekten hängen bleiben. 

 

 

 

Wo die Pechnelke vorkommt, steht sie meistens in größeren Gruppen. In der Nähe ist dann oft auch die Astlose Graslilie zu finden.

 

 

Die Vorkommen der Pechnelke sind in den letzten Jahrzehnten in Baden-Württemberg erheblich zurückgegangen. In den meisten Teilen des Landes gibt es nur noch einzelne, zerstreut liegende, Fundorte. Etwas häufiger kommt die Art nur noch am Rande des Odenwaldes vor. Der Gesamtbestand wird auf wenige Tausend Exemplare geschätzt (Quelle: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Band 1, Ulmer-Verlag 1990). Damit ist die Art mittelfristig in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht.

Insgesamt ist die Pechnelke in Mitteleuropa, bis nach Südskandinavien und bis Zentralasien, verbreitet.

 

Der Frauenschuh (Cypripedium calceolus),

Der Frauenschuh (besser: der Europäische Frauenschuh) ist die größte Orchideenart Deutschlands. Leider ist er im Kreis Böblingen mit großer Wahrscheinlichkeit inzwischen ausgestorben. Das letzten Exemplar mit einer einzigen Blüte sowie 6 weitere sterile Triebe wurden im Mai 2003 in der Nähe von Herrenberg beobachtet. Seit 2004 konnte der Frauenschuh jedoch auch dort nicht mehr aufgefunden werden.

Bis 2002 war auch noch ein Vorkommen bei Öschelbronn vorhanden, das jedoch ebenfalls verschwunden ist. Bis 1964 gab es noch ein Vorkommen in der Nähe der ehemaligen Sindelfinger Mülldeponie.

Auch die ehemals bekannten kleinen Vorkommen bei Nagold und bei Neuenhaus (Enzkreis) knapp über der Kreisgrenze existieren seit Jahren nicht mehr.  

 

Im Bereich der Schwäbischen Alb, auf der Baar und im Alpenvorland gibt es jedoch noch reichhaltige Bestände. Der Rückgang in unserer Region dürfte vor allem auf die Klima-Änderung zurückzuführen sein. Sobald es im Frühling warm wird, treibt der Frauenschuh aus. Spätfröste schaden ihm jedoch sehr. Da es in den letzten Jahren meistens sehr frühzeitig warm wurde, trieben die Pflanzen zu früh aus. Die Spätfröste zerstörten dann vermutlich die schon zu weit entwickelten Pflanzen.

 

Die gelbe Lippe des Frauenschuhs bildet eine Kesselfalle. Sie wird durch Sandbienen bestäubt. Die Bienen gelangen durch die Hauptöffnung in die schuhförmige Lippe. Den Ausgang am Lippengrund können sie nur erreichen, wenn sie an den Pollenträgern vorbeistreifen. Häufig geraten jedoch auch andere Insekten in die Falle.

Hummeln fressen manchmal große Löcher in die Lippe, um wieder zu entkommen.

 

Der Frauenschuh trägt meistens eine oder zwei Blüten. In seltenen Fällen gibt es auch Stengel mit drei Blüten. Manchmal gibt es auch komplett grün oder gelb gefärbte Blüten (Goldschuh). Der Frauenschuh wächst in lichten Wäldern meist in Gruppen.

Das Verbreitungsgebiet des Europäische Frauenschuhs reicht von Mitteleuropa bis weit nach Sibirien hinein. Dort gibt es auch die größten Vorkommen. Insgesamt sind weltweit ca. 45 Frauenschuharten bekannt, davon alleine 25 Arten in Südwest-China.  Viele Frauenschuh-Arten gibt es auch in Nordamerika und im nördlichen Asien. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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