Planze des Monats Juni

Die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)


Die Sibirische Schwertlilie siedelt im Kreis Böblingen noch an wenigen Stellen des Glemswaldes und des Schönbuches auf feuchten Waldwiesen und Waldwegerändern. Früher war sie auch auf einigen Obstwiesen anzutreffen, wie z.B. auf der heute bebauten Diezenhalde in Böblingen.

Sibirische Schwertlilie in einer Waldwiese auf Gemarkung Sindelfingen 2009


Im Gegensatz zu den Garten-Schwertlilien ist ihr Wuchs deutlich schlanker und die Blüte etwas kleiner.

Der Bestand der Sibirischen Schwertlilie ist hauptsächlich durch die Zerstörung des Lebensraumes durch Umnutzung gefährdet. Vor allem die Entwässerung von Waldwiesen oder der Verlust feuchter Wegeränder bzw. Wassergräben spielt eine Rolle.


Im Kreis Böblingen sind aktuell noch 4 Vorkommen bekannt. Bis auf ein Vorkommen handelt es sich jedoch nur um sehr kleine Bestände. In Baden-Württemberg kommt die Art nur zerstreut an oft weit auseinander liegenden Stellen vor. Größere Bestände sind nur noch vom Bodenseegebiet bekannt. Das gesamte Verbreitungsgebiet umfasst Mittel und Osteuropa bis nach West-Sibirien. Das Oberrheingebiet ist die westliche Grenze des geschlossenen Verbreitungsgebietes.


Die Art ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und wird in der Roten Liste Baden-Württembergs unter 2 = stark gefährdet geführt.

 

Die Bocksriemenzunge (Himantoglossum hircinum),

Im vorigen Jahrhundert war die Bocksriemenzunge in Baden-Württemberg noch eine ausgesprochene Rarität. Die bekannten Vorkommen waren auf Wärminseln, wie z.B. den Kaiserstuhl oder den Tübinger Spitzberg beschränkt. Erst ab ca. 1990 begann sich die Bocksriemenzunge im Land auszubreiten und tauchte erstmals 1992 im Kreis Böblingen am Schönbuchsüdrand auf. Kurzzeitig war sie sogar im Stadtgebiet von Böblingen und an einem Straßenrand bei Sindelfingen zu finden. Inzwischen bildet sie stabile Bestände in Naturschutzgebieten im Bereich des Würmtales sowie am Schönbuchsüdrand. Damit gehört sie eindeutig zu den Gewinnern des sich abzeichnenden Klimawandels.

 

Die Bocksriemenzunge gehört zur Familie der Orchideen. Sie hat ihren Namen von der bis zu 6 cm langen, riemenförmigen Lippe. Die Blüte verbreitet einen eindringlichen Geruch nach einem Ziegenbock. Deswegen wurde die Pflanze früher oft von Schäfern ausgegraben und vernichtet. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb sie früher so selten war. Die Bestäubung erfolgt durch verschiedene Wildbienenarten.

Die Bocksriemenzunge wächst in offenen, mageren und gut besonnten Heidelandschaften. Manchmal auch zwischen niederen Hecken. Durch ihre Färbung fällt sie nicht besonders auf, obwohl die Pflanze bis zu 75 cm groß wird.

Der Gesamtbestand im Kreis Böblingen dürfte aktuell ca. 50 Pflanzen umfassen, die sich auf ca. 5 - 6 Vorkommen verteilen. Die Bocksriemenzunge ist im westlichen Mitteleuropa, in den westlichen Mittelmeerländern, sowie in Nordafrika verbreitet. In den Mittelmeerländern und in Kleinasien kommen noch 5 weitere Riemenzungen-Arten vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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