Pflanze des Monats Juli

Das Kriechende Netzblatt (Goodyera repens)

Das Kriechende Netzblatt, eine kleine Orchideenart, hatte im Kreis Böblingen noch bis vor wenigen Jahren ein größeres Vorkommen bei Weil der Stadt. In den letzten Jahren konnten jedoch nur noch einzelne Pflanzen beobachtet werden. Wahrscheinlich wird die Art im Kreis Böblingen aussterben.

Als Ursache muß jahrelange mangelnde Pflege der als Naturdenkmal geschützten Fläche in einem Kiefernwaldbestand angenommen werden. Eine wichtige Rolle könnte aber auch der in der Natur überall bemerkbare Klimawandel spielen. Unmittelbare Ursache ist jedoch das Aufkommen von zu vielem niederen Gebüsch und damit zu starke Beschattung des Waldbodens.

Vor einigen Jahrzehnten gab es noch weitere Vorkommen des Kriechenden Netzblattes im Kreis Böblingen, die jedoch inzwischen alle erloschen sind. Die nächsten aktuellen Vorkommen befinden sich im Schwarzwald in der Nähe von Nagold und Altensteig.



Seinen Namen hat das Kriechende Netzblatt von der netzartigen Struktur der Bodenblätter, die als Ausnahme bei den einkeimblättrigen Pflanzen auch eine ansatzweise Mittelrippe aufweisen.

 


Als Lebensraum beansprucht das kriechende Netzblatt schattige, aber nicht zu dunkle Nadelwälder (bei uns vor allem Kiefern) mit geringem Unterwuchs und mäßig feuchtem und mit Moosen besetzem kalkreichem Boden. In seiner Gesellschaft kommen oft weitere Orchideenarten, wie z.B. das kleine Zweiblatt oder die Nestwurz, sowie einige Wintergrün-Arten vor.

 


In Baden-Württemberg ist das Kriechende Netzblatt hauptsächlich auf der Schwäbischen Alb sowie in den Kalkgebieten am Ostrand des Schwarzwaldes und im Odenwald verbreitet. In Deutschland gibt es vor allem noch im Thüringer Wald ausgedehnet Vorkommen. Ansonsten sind nur noch wenige Vorkommen in Mittelgebirgen mit Kalkböden vorhanden. In den letzten Jahrzehnten ist ungefähr die Hälfte aller Vorkommen erloschen.


Weltweit ist die Art zirkumpolar verbreitet von Europa über Asien, Kamtschatka und Japan bis nach Nordamerika. Im Süden kommt die Art nur in den Gebirgen vor.

 

 

 

Die Türkenbundlilie (Lilium martagon)


Die Türkenbundlilie gehört zu den prächtigsten Pflanzen unserer Wälder. Z.Zt. sind noch ca. 15 Vorkommen im Kreis Böblingen bekannt. An manchen Stellen besiedelt sie größere Flächen mit hunderten von Exemplaren. Meistens handelt es sich aber um kleine Populationen mit nur wenigen Pflanzen.

 

An wildreichen Stellen werden die saftigen Blütenknospen der meisten Pflanzen häufig abgefressen. Dies ist jedoch keine echte Bedrohung der Bestände, wenn alle anderen Standortbedingungen stimmen.


Die Türkenbundlilie benötigt offene und lichtreiche Laubwälder. Wenn der Waldboden verbuscht, verschwindet sie. Dies ist leider sehr häufig der Fall und deswegen sind auch schon eine ganze Reihe von Vorkommen im Kreis Böblingen entweder auf wenige Einzelexemplare reduziert oder bereits erloschen.


In höheren Lagen, wie z.B. der Schwäbischen Alb oder in den Alpen, besiedelt die Türkenbundlilie auch Nadelwälder und offene Hochstaudenfluren.

 

Nicht nur Reh und Hase fressen gerne an der Türkenbundlilie, sondern auch das Lilienböckchen. Dieser kleine rote Käfer ist häufig auf den Blüten der Türkenbundlilien zu finden.

 

Die Türkenbundlilie kommt in den kontinentalen Zonen Süd-, Mittel- und Osteuropas vor sowie in Mittelasien bis nach Japan. In den Gebirgen des Mittelmeerraumes gibt es verwandte Arten mit teilweise gelben Blüten.


Auf der Schwäbischen Alb ist die Türkenbundlilie recht häufig. Im Schwarzwald hingegen kommt sie nur in den Randlagen und an einigen Stellen des Südschwarzwaldes vor.


Die Türkenbundlilie wird durch Nachtfalter, insbesondere Weinschwärmer und Wolfsmilchschwärmer, aber auch dem tagaktiven Taubenschwänzchen bestäubt. Nachts duften die Blüten daher stärker als am Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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