Pflanze des Monats August

Die Färberscharte (Serratula tinctoria)


Die Färberscharte besitzt im Kreis Böblingen noch 3 bekannte Vorkommen. Eines davon befindet sich nahe der Gutswiesen bei Böblingen, ein weiteres im Dagersheimer Wald zwischen Böblingen, Ehningen und Dagersheim. Das dritte befindet sich auf einer lichten Kuppe unterhalb eines Aussichtspunktes am Schönbuchsüdhang bei Mönchberg. Das Vorkommen bei Böblingen wurde durch die geplante Befestigung eines Grasweges im Rahmen des Neubaus der B464 fast vernichtet und konnte erst in letzter Minute gerettet werden. Alle drei Vorkommen im Kreis Böblingen sind relativ individuenarm. Keines dieser Vorkommen liegt jedoch in einem Schutzgebiet.

Die konkurrenzschwache Art kann inmitten von fast gleichfarbigen Distelbeständen leicht übersehen werden. Eine sichere Erkennung ist aber anhand der Laubblättern und der Blütenkölbchen möglich.

 


Ihren Namen hat die Färberscharte daher, weil aus ihr im Mittelalter der Farbstoff Serratulin, der beim Färben ein grünstichiges Gelb liefert, gewonnen wurde. Damals muß die Pflanze noch wesentlich häufiger gewesen sein als heute. Die Bezeichnung “Scharte” hängt mit der Form der Blätter zusammen, deren Ränder kleine Sägezähnchen aufweisen.

Heute würden die Färber nicht mehr genug Pflanzen finden, um daraus Farbstoff herstellen zu können. Die Art ist in ganz Europa selten bis sehr selten geworden. Die Ursache liegt in der Änderung der Nutzung von Wiesenflächen. Früher gab es noch viele Pfeifengraswiesen, die zur Gewinnung von Streu genutzt wurden und der Färberscharte Lebensraum boten. Heute sind solche Wiesen fast völlig verschwunden und entsprechende Strukturen nur noch selten und kleinflächig in Übergangsbiotopen, wie z.B. an Wegerändern, zu finden.

 

 

Blätter der Färberscharte mit ihren gezähnten Rändern


Die Art ist sehr wärme- und lichtliebend. Sie wächst auf feuchten bis mäßig trockenen Flächen und nicht zu nährstoffreichen Böden. Sie verträgt nur eine Mahd, die erst im Herbst stattfinden darf.

In Baden Württemberg gilt für die Färberscharte die Gefährdungsstufe 3 der Roten Liste (gefährdet). Für den Raum Stuttgart gilt jedoch die Stufe 2 (stark gefährdet) angebracht. Die Art ist im 111-Artenkorb des Landes Baden-Württemberg enthalten, für die besondere Schutzbemühungen unternommen werden sollen. In der Praxis ist im Kreis Böblingen davon jedoch nichts zu bemerken. Bei allen drei Vorkommen genügen schon kleine Veränderungen, wie z.B. ein Wegebau oder die Vertiefung eines Entwässerungsgrabens, um die Standorte endgültig zu vernichten.

Die Färberscharte ist in Europa weit verbreitet, jedoch überall sehr zerstreut und selten. Sie fehlt in weiten Teilen des Mittelmeergebietes sowie in Nord- und Nordwesteuropa.

 

 

Der Südliche Wasserschlauch (Utricularia australis)

Der Wasserschlauch ist eine frei im Wasser schwebende Schwimmpflanze und besitzt anstelle der Wurzeln unter Wasser ein schlauchartiges Gewebe (daher der Name) mit Fangblasen, womit im Wasser lebenden Kleinstlebewesen gefangen werden. In den Fangblasen, die durch eine Klappe verschlossen sind, herrscht Unterdruck. Berührt ein kleines Tier die Haare der Klappe, so springt diese nach innen auf und saugt das Tier ein. Der Gegenstrom schließt die Klappe wieder. Das gefangene Tier wird durch eiweißspaltende Enzyme verdaut. Es handelt sich also um eine sogenannte “fleischfressende Pflanze”.

Der Wasserschlauch besiedelt meist kleine, gut besonnte Teiche. Er liebt nährstoffreiche, aber kalkarme Gewässer. Wo er vorkommt, bedeckt er während seiner Blütezeit mit seinen auffallenden gelben Blüten zwischen Juni und September große Teile der Wasseroberfläche besiedelter Gewässer. Manchmal blüht der Wasserschlauch auch unter Wasser.

 

Im Kreis Böblingen befinden sich bedeutende Vorkommen des Wasserschlauches auf dem Böblinger Standortübungplatz. Dort werden viele dauerhaft Wasser führende Teiche besiedelt, die durch den früheren Übungsbetrieb mit den Panzen entstanden sind. In der Gesellschaft des Wasserschlauches befinden sich dort noch andere seltene Teichpflanzen wie z.B. der Schlammling (Limosella aquatica) und die Eiköpfige Sumpfsimse (Eleocharis ovata).

Der Wasserschlauch gehört in Baden-Württemberg zu den seltenen Arten. Er ist nur im Rheintal und in Oberschwaben etwas häufiger. Es gibt außer der Art Utricularia australis noch einige weitere nahe verwandte Arten, mit denen er leicht verwechselt werden kann. Die anderen Wasserschlaucharten sind noch wesentlich seltener.

 

Oberhalb des Klosters Bebenhausen im Kreis Tübingen befindt sich in einem Teich am Weg zum Goldersbachtal ein leichter zugängliches Vorkommen des Wasserschlauches.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Ihre Spende hilft.

Suche

BUND-Umweltzentrum
im Kreis Böblingen
Herrenwäldlestraße 13
71065 Sindelfingen
E-Mail: bund-uwz@t-online.de
Tel.: (07031) 807336
Fax: (07031) 800483
IBAN:
DE16 6035 0130 0003 6768 40
BIC: BBKRDE6BXXX

Öffnungszeiten:
Di 14 - 18 Uhr
Fr 9 - 13 Uhr