Pflanze des Monats April


Das Frühlingsfingerkraut (Potentilla neumanniana, früher P.verna)


Die verschiedenen Fingerkraut-Arten haben ihren Namen von ihren meist fünffach gefingerten Blättern. Die früheste Fingerkraut-Art im Kreis Böblingen ist das Frühlingsfingerkraut. Es gehört zu den ersten Frühlingsboten in unseren Heidegebieten. Wir finden es aber auch an Wegerändern, Steinriegeln oder auf anderen nährstoffarmen Böden. 

Es ist im Kreis Böblingen noch allgemein verbreitet, aber nirgends besonders häufig. Gerne wird es mit der Blutwurz verwechselt, die aber bei uns wesentlich seltener ist und erst im Sommer blüht. Es gehört zur großen Familie der Rosengewächse. Es ist fast in ganz Europa verbreitet. Im Schwarzwald kommt es nur an wenigen Stellen vor. Im Spätsommer und im Herbst gibt es manchmal noch eine zweite Blüte. Das Frühlingsfingerkraut wird durch Insekten bestäubt.










 

Schmetterling des Monats April


Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines),

Der Aurorafalter ist einer der häufigste Schmetterlinge im Kreis Böblingen. Er überwintert als Puppe. Sobald im April die Blüte des Wiesenschaumkrauts beginnt, schlüpfen die ersten Falter. Daran legen die Weibchen dann auch einen Großteil ihrer Eier ab. Wenn das Wiesenschaumkraut verblüht ist, wechselt der Falter auf die ebenfalls häufige Knoblauchsrauke. Daneben werden noch viele andere Kreuzblütler als Wirtspflanze angenommen, manchmal sogar blühende Rapspflanzen auf Wildäckern im Wald. Der Falter ist über die ungewöhnlich lange Zeit von einem Vierteljahr von April bis Juni zu beobachten. Er bildet aber nur eine Generation im Jahr.

 

Den Hauptlebensraum des Aurorafalters bilden Wälder fast aller Ausprägungen. Regelmäßig findet man die Art aber auch in strukturreichen Offenlandbiotopen (Brachen, Gebüschränder, Bachbegleitgehölze). In Gärten legt das Weibchen seine Eier gerne an Blütenknospen des Silberblattes. Nur auf Äckern und in Wiesen findet die Art keine geeigneten Fortpflanzungsbiotope, weil die frei an Pflanzenstängeln überwinternden Raupen dort untergepflügt oder mit dem Mähgut abtransportiert würden. 

Aurorafalter Männchen

Wiesenschaumkraut

 

Das Männchen des Aurorafalters besitzt auf den Vorderflügeln orangerote Flecken. Das Weibchen besitzt diese Flecken nicht, hat aber an den äußeren Rändern der Vorderflügel den gleichen schwarzen Rand. Vor allem an offenen Waldwegerändern, wo Wiesenschaumkraut und Knoblauchsrauke wachsen, kann man die Falter in oft großer Anzahl beobachten.   

 

Mit etwas Ausdauer und Glück sind ab Mitte April die Eier und etwas später die kleinen Raupen zu finden. Die Entwicklung ist vollständig an die unreifen Früchte der Nahrungspflanzen gebunden; nicht blühende Pflanzen werden von den Weibchen niemals mit Eiern belegt. Das ca. 1,5 mm große Ei ist zunächst weißlich und verfärbt sich nach 1 - 2 Tagen orangerot. Nach ca. 10 Tagen schlüpft eine zunächst sehr kleine grüne Raupe, die sofort an den unreifen Schoten der Nahrungspflanze zu fressen beginnt. Sie wächst rasch und kann sich an den Stängeln gut tarnen.

Ei des Aurorafalters, ca. 3Tage alt

ausgewachsene Raupe

 

Trotzdem werden die meisten Raupen in dieser Zeit von Raubwanzen und anderen Freßfeinden gefunden. Aber es überleben genügend Tiere, sodass die Fortpflanzung in intakten Biotopen sichergestellt ist.   

Ab Ende Mai bis spätestens Ende Juli verpuppen sich die ausgewachsenen Raupen frei an einem Pflanzenstängel. Aber die Puppe ist so gut getarnt, dass sie meist nur von Spezialisten im Freiland aufgefunden wird. So verbringt die Art die Zeit bis zum nächsten Frühjahr. Es handelt sich um eine sogenannte Stützpuppe, die mit einem Spinnfaden am Stängel der Nahrungspflanze oder an einer benachbarten Pflanze befestigt ist.

 

Stützpuppe des Aurorafalters

 

Der Aurorafalter ist in fast ganz Europa verbreitet und kommt auch in den gemäßigten Zonen Asiens bis nach China vor.

 

 



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